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Nur Mut, ihr Mädchen!

Enid Blyton, hier in London, gibt Autogramme an männliche Fans, Foto: Imago/United Archives International
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Enid Blyton, „Fünf Freunde“, 1942
Wenn es George, eigentlich Georgina, unter den „Fünf Freunden“ nicht gegeben hätte, dann wäre diese Freundschaft keine so besondere gewesen. Immer wird sie für einen Jungen gehalten, ist stolze Besitzerin von Hund Timmy und erfüllt so gar nicht das, was von Mädchen im Vereinigten Königreich der 1940er-Jahre erwartet wird. In der Fan-Szene wird George für „die erste Lesbe in der Kinderliteratur“ gehalten. Vermutlich ist es George, die dem Naturell Enid Blytons (1897 – 1968) am nächsten kommt. 21 Jahre lang bleiben die „Fünf Freunde“ Kinder, die immer Ferien haben und frei von jeglicher Aufsicht Abenteuer erleben. Blyton selbst tauchte als Autorin völlig ab in diese Welt, ließ niemanden hinein. Auch ihre eigenen Töchter nicht. Eine von ihnen beklagte sich später über fehlende Mutterliebe. Die Mutter engagiert 1935 die Kinderfrau Dorothy Gertrude, die ihre beste Freundin wurde. Gerüchte, die zwei hätten eine Liebesbeziehung, kursierten. Insgesamt 753 Bücher verfasste Blyton – ähnlich erfolgreich wie die „Fünf Freunde“ sind „Dolly“ und „Hanni und Nanni“. Mehr als 600 Millionen Exemplare ihrer Werke wurden weltweit verkauft. 1968 starb Enid Blyton demenzerkrankt in einem Londoner Pflegeheim.

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Weiterlesen: 
Luise Berg-Ehlers, „Berühmte Kinderbuchautorinnen und ihre Heldinnen und Helden“ (Elisabeth Sandmann, 24.95 €)

 

 

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