In der aktuellen EMMA

Kleiner Unterschied sichtbar gemacht

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Was kommt dabei heraus, wenn eine Jurastudentin aus einer Künstlerfamilie ihre Diplomarbeit über „Das Ende der patriarchalen Ehe in Österreich“ schreibt und dann noch ein Studium in Kommunikationsdesign anhängt? Was passiert, wenn sie feststellt, dass all die so aussagekräftigen Zahlen, Daten, Fakten über das Geschlechter(Macht)verhältnis von vielen gar nicht verstanden werden, weil sie so abstrakt daherkommen? Und was, wenn sie sich überlegt, diese Statistiken über Schulabschlüsse, Teilzeitquoten oder Frauen in Führungspositionen einmal anders darzustellen als in Tabellen oder Tortendiagrammen? Das Resultat: „Der Patriarchatsindex“. Auf 199 Seiten hat die Wiener Juristin und Illustratorin Lenka Reschenbach dafür gesorgt, dass man und frau sich wirklich ein Bild machen kann über die Schieflagen zwischen Männern und Frauen. Da macht sich der sitzende Mann auf zwei Drittel der Buchseite breit, während die Frau auf dem verbliebenen Drittel brav die Knie zusammenkneift (Angestellte in Führungspositionen: 64 % Männer, 36 % Frauen). Da hat die Mutter einen riesigen Kopf und der Vater einen winzigen (Mental Load, also Denken z. B. an Arzttermine, neue Kleidung oder Geschenke: 88 % Frauen, 12 % Männer). Da guckt der Kopf der Frau unter einer viel kürzeren Bettdecke hervor als der des Mannes (95 % der heterosexuellen Männer haben beim Sex fast immer einen Orgasmus, aber nur 65 % der heterosexuellen Frauen). Kapiert? 

Lenka Reschenbach: Der Patriarchatsindex (Falter Verlag, 22.90 €) 

 

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