In der aktuellen EMMA

Die Schule & die Vielfalt

Aus Landesmitteln finanzierte Broschüren für Kitas und Schulen, die über Trans, Queer, Inter und Nicht-binär aufklären.
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Mitte April schlugen die Wellen hoch. In einer Schule in Schleife im Landkreis Görlitz wurde Schülerinnen und Schülern einer neunten Klasse pornografisches Material gezeigt, von zwei externen „Non-binären Aktivistinnen“. Sie forderten von den SchülerInnen, sich nicht länger mit Namen, sondern mit Pronomen anzusprechen wie xier, nin, en, they, dey. Das Thema ihres Workshops: Mut.

Den bewies ein Mädchen der Klasse und sagte: „Ich heiße Leonie und möchte auch so genannt werden.“ Antwort der Non-Binären: „In diesem Nazi-Sachsen haben wir auch nichts anderes erwartet.“ Dann legten sie ihre Anti-AfD-Flyer aus.

Als die Kinder ihren Eltern von dem seltsamen Workshop berichteten, waren einige empört – und stellten Anzeige. Minderjährigen pornografische Inhalte zu zeigen, ist strafbar. Aktuell ermittelt die Polizei in Schleife.

Die Eltern haben Fragen: „Wie kann es sein, dass externe Menschen Minderjährigen in der Schule Pornos zeigen dürfen?“, „Warum hat die Schule die Inhalte nicht geprüft?“, „Warum war keinE LehrerIn anwesend?“, „Wer konzipiert und finanziert solche Projekte?“ 

Zumindest die letzte Frage konnte im Fall Schleife schnell geklärt werden. Die „Falken Berlin“, eine Gruppe des Berliner Landesverbandes der „Sozialistischen Jugend“, organisierte das Projekt. Finanziell gefördert wurde es von der Amadeu-Antonio-Stiftung, die wiederum vom Familienministerium gefördert wird, mit 1,23 Millionen Euro pro Jahr.

Nachdem über den „Non-binären Aktivismus“ in Schleife bundesweit berichtet wurde, haben mehr Eltern Fragen zu Workshops an Schulen zum Thema „Geschlechtsidentität“. Denn die gibt es nicht nur in Ostdeutschland. Oft geht es dabei vordergründig um „sexuelle Vielfalt“ oder „sexuelle Bildung“, im Kern jedoch immer wieder um das Thema Transsexualität.

Das berichten LehrerInnen aus ganz Deutschland, die sich an EMMA gewandt haben oder sich in dem Bündnis „Frauen Aktion München“ engagieren. Ein Netzwerk, das sich über Bayern hinaus für die Rechte von Frauen und Mädchen einsetzt. 

Eine von ihnen ist Henriette M., die an einer Sekundarschule in Berlin unterrichtet und anonym bleiben möchte – wie fast alle, die sich kritisch zum Thema Trans äußern und deswegen von ihren Schulleitungen und KollegInnen oft in die rechte Ecke gestellt werden. Henriette M. erzählt: „Ich erlebe zurzeit an meiner Schule eine vielfältige regelrechte Indoktrination mit dem Thema Transgender. Da gibt es zum Beispiel einen TINA-Club (Trans, Inter, Nonbinary, A-Gender), Schwul- oder Lesbisch-Sein kommt darin schon gar nicht mehr vor. Es gibt ein Präventionsteam, einen vom Berliner Senat finanzierten „Respekt-Coach“ und eine Schul-Psychologin, die dort mitwirkte. Da fließt Geld für Workshops und Programme. Alle kreisen um das Thema Trans, obwohl sich an unserer Schule mit 1.400 SchülerInnen nur vier Kinder selbst als trans identifizieren. Alle vier sind biologische Mädchen. Zwei von ihnen haben Autismus, eines ist zusätzlich bei Pflegeeltern aufgewachsen, eines hat im Grundschulalter die Mutter verloren, eines hat eine Essstörung. Trans zu sein scheint mir oft eine Flucht zu sein aus vielen anderen Problemen. Aber niemand traut sich, das anzusprechen. Ich finde, dass wir die Mädchen mit ihren echten Sorgen allein lassen. Die Maxime lautet: Kinder, die glauben, trans zu sein, werden umgehend darin affirmiert und auch sofort mit einem neuen Pronomen angesprochen. Auch in der Schulkonferenz wurde offiziell beschlossen, dass wir alle Kinder, die sich als Trans zu erkennen geben, in dieser Idee bestätigen. Für den Fall, dass Eltern die Transidentifikation möglicherweise nicht unterstützen, wurde beschlossen, es vor ihnen geheim zu halten und das Jugendamt einzuschalten, um ihre ‚Transidentität‘ zu schützen. Wer diese Regeln kritisiert, gilt als transphob und steht im Verdacht, rechte Narrative zu verbreiten.“

Oder Melanie S. Sie ist Biologie-Lehrerin an einem Gymnasium in München. Auch sie ist bei der „Frauen-Aktion-München“ engagiert und berichtet: „Viele LehrerInnen und SchülerInnen an meinem Gymnasium glauben, dass Trans-Sein das neue Schwul-Sein oder Lesbisch-Sein ist, für das sie sich einsetzen müssen. Sie glauben wirklich, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt. Das wird ihnen kontinuierlich von Queer-AktivistInnen vermittelt, die in unserer Schule Workshops machen. Dass Menschen von außen an die Schulen kommen, ist nicht ungewöhnlich. Wir machen auch Igel-Workshops mit Leuten vom Tierschutz oder ein Zirkusprojekt mit AkrobatInnen. Hier sind allerdings immer LehrerInnen anwesend. Bei den Queer-Workshops werden wir LehrerInnen ausdrücklich ausgeladen, weil sonst kein ‚Safe-Space‘ entstehen könne.“ Und die Biologie-Lehrerin fährt fort: „Was ich besonders bedenklich finde: Schülerinnen und Schüler, die lesbisch oder schwul sind, fragen sich zunehmend, ob sie vielleicht trans sind. Die Trans-Lobby nutzt Homosexualität als Türöffner. Und sie hat es geschafft, Sex und Gender zu vertauschen, so als wäre das biologische Geschlecht frei wählbar und das gefühlte Geschlecht das wahre. Die Schulen unterwerfen sich dieser Ideologie übrigens ganz ähnlich, wie sie sich dem Islamismus unterwerfen, vor lauter Angst, in die rechte Ecke gestellt zu werden. Es wird als ‚Toleranz‘ erklärt, wenn muslimische Mädchen von Klassenfahrten oder dem Schwimmunterricht ausgeschlossen werden. Die Mädels sitzen dann weinend in der Schule.“ 

In die rechte Ecke gestellt wurde auch eine Mutter in Köln, die regelrecht um ihre Tochter kämpfen musste und sich an EMMA wandte. Eva H. erzählt: „Meine Tochter geht auf eine Gesamtschule. Sie ist Asperger-Autistin und war mit Beginn der Pubertät unglücklich über ihren Körper, der dünner und unscheinbarer war als der ihrer Klassenkameradinnen. Dann sah sie im WDR eine Doku über Transkinder und glaubte danach, das könnte auch für sie zutreffen.“ Und wie ging es weiter? Eva: „Sie hat eine neue Lehrerin bekommen. Die wollte meine gerade 13-jährige Tochter in Kontakt mit Trans-Leuten bringen, hat Info-Material über Hormone und Pubertätsblocker mitgebracht. Sie hat meiner Tochter gesagt, ich wäre transfeindlich und wahrscheinlich rechts. Doch zum Glück hat sich der Trans-Hype bei meiner Tochter wieder verflüchtigt. Ich habe die Lehrerin dann zur Rede gestellt und gesagt: Stellen Sie sich vor, sie hätte Pubertätsblocker genommen und sich vielleicht die Brüste abschneiden lassen! Ihre Reaktion: Das wäre doch vielleicht auch richtig gewesen.“

Bleibt die Frage, warum das Thema Trans dermaßen in die Schulen dringen konnte und dort heute so präsent ist.

In den 2000er‑Jahren begannen erste (meist rot-grüne) Bundesländer, „sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“ in Rahmenlehrpläne und Sexualerziehungsrichtlinien aufzunehmen. Schwerpunkt war zunächst die Diskriminierung von Homosexualität. Die Schulen verpflichteten sich, jährlich über Maßnahmen, Fortbildungen und die Integration von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Schulalltag zu berichten – sie hatten aber weder Zeit noch Geld noch Personal, um sie auch umzusetzen. Für Workshops und Fortbildungen waren sie also auf externe Hilfe angewiesen – und dankbar für alles, was sie nicht selbst stemmen müssen. 

Ein ideales Einfallstor für Lobbys. Das erkannte als erste die gut organisierte Pro-Prostitutionslobby. So kam es 2008 bereits zum Einsatz eines Schulbuches von Elisabeth Tuider mit dem Titel „Sexualpädagogik der Vielfalt: Praxismethoden zu Identitäten, Beziehungen, Körper und Prävention für Schule und Jugendarbeit“. Eine der pädagogischen Übungen: 14-Jährige sollen den neuen „Puff für alle“ modernisieren, mit Dildos, Lederpeitschen etc. ausstatten und sich dafür eine Werbung ausdenken. Noch im Mai 2026 kamen das Buch und seine Übungen wieder zum Einsatz, am Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Kevelaer, wo SchülerInnen einen „Puff für alle“ gestalten sollten. Die 13-Jährigen sollten sich Gedanken über das Angebot des Bordells machen und überlegen, welche Fähig- und Fertigkeiten Menschen brauchen, die dort arbeiten, „damit alle möglichen Menschen bedient und zufriedengestellt werden können“. Immerhin gab es deswegen eine Rüge vom NRW-Schulministerium und das Unterrichtsmaterial wird nicht weiter verwendet. Die betreffende Lehrkraft redete sich laut Medien damit heraus, dass sie zu „Diskussionen hätte anregen wollen“.

Aus lokalen Initiativen gegen Homo- und Transfeindlichkeit war das Programm „Schule der Vielfalt“ entstanden, das schrittweise zu einem koordinierten Programm und bundesweitem Netzwerk wurde. Die sogenannte „Schule der Vielfalt“ ist wiederum eng verzahnt mit dem in NRW ansässigen Netzwerk „SCHLAu“ (Schwul-Lesbisch-Bi-Transaufklärung), in dem junge AktivistInnen Antidiskriminierungsarbeit machen und pro Jahr etwa 460 Workshops abhalten, mit denen sie um die 12.000 SchülerInnen erreichen. Es gehört zur Trägerschaft des „Queeren Netzwerks“ und wird vom Familienministerium NRW finanziell gefördert.

In einer Broschüre des LSVD+, dem Verband für „Queere Vielfalt“, heißt es allen Ernstes: „Ob in der Medizin, der Biologie oder in den Sozialwissenschaften – aus wissenschaftlicher Sicht ist die Vorstellung einer natürlichen Zweigeschlechtlichkeit inzwischen widerlegt.“ Und das in einer Broschüre für die Schule. Kein Lehrer, keine Lehrerin scheint widersprochen zu haben.

Im März 2026 war das Queere Netzwerk NRW mit einem Stand auf der Bildungsmesse „didacta“ in Köln vertreten, der Fachmesse für Lehrkräfte. Letztere sollen in der „queeren Bildungsarbeit“ gestärkt werden. Zahlreiche Broschüren des Messestandes wie „Trans*Sensibel“, „Queer in der Kita“, „Trans* Inter* Nicht-binär und Schule“ oder „Die Fibel der vielen kleinen Unterschiede“ künden davon. Mit ihnen soll Jugendlichen beigebracht werden, wie sie sich „geschlechtersensibel“ verhalten.

Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) hat gerade eine neue Ausgabe ihrer Zeitschrift „Bürger & Staat“ vorgelegt, die sich in sechs Beiträgen mit der Vermittlung geschlechtlicher Vielfalt beschäftigt. Zentrale Fragen des Heftes sind, wie „trans* und nicht-binäre Perspektiven und Themen in der politischen Bildung verankert und gestärkt werden“ könnten und was es bedeute, „inklusive Räume in der Gesellschaft zu schaffen“, teilte die LpB mit. Schule wird darin als „wirkmächtiger queerpädagogischer Lern- und Lebensraum“ bezeichnet.

„Das alles ist ein Paradebeispiel für aggressiven Lobbyismus“, sagt Marina Piestert. Sie ist die Initiatorin des Bündnisses „Frauen Aktion München“. „Was anfangs vielleicht gut gemeint war, hat sich radikalisiert.“ Noch dazu gibt es eine finanzielle Unterstützung, von der andere Projekte nur träumen können. Translobbyisten hätten die Gunst der Stunde genutzt und den „Raum für Vielfalt“ an Schulen für sich eingenommen. „Sie geben sich wissenschaftlich und modern, dabei ist ihr Verständnis von Geschlecht höchst reaktionär und ideologisch.“ Außerdem: „Warum muss ich mein Geschlecht überhaupt wechseln, wenn es doch angeblich keine Rolle mehr spielt?“, fragt Piestert.

„Frauen Aktion München“ arbeitet heute mit Lehrerinnen aus ganz Deutschland zusammen, die ähnliche beunruhigende Entwicklungen an ihren Schulen mit Sorge beobachten. Aus dieser Zusammenarbeit ist ein Ratgeber entstanden, der aufklärt: über die Genderidentitätstheorie, Geschlechtsdysphorie und sogenannte „Betroffenenverbände“. Es ist bundesweit der einzige evidenzbasierte Ratgeber zum Thema Trans – und ohne öffentliche Förderung.

Piestert: „Bei dem Wort ‚Betroffenenverbände‘ sollten Schulen hellhörig werden!“ Dabei handele es sich oft um Trans-Lobbyisten, die Schulen erstens als Multiplikator ihrer Ideologie entdeckt hätten, und zweitens sehr gut mit ihren Workshops und Co. verdienen würden. 

Was passiert, wenn Schulen der Translobby Tür und Tor öffnen, kann Lisa Müller von dem Elternnetzwerk ROGD erzählen (ROGD steht für Rapid-Onset Gender Dysphorie, eine plötzlich auftretende Geschlechtsdysphorie). Es ist das größte Netzwerk in Deutschland für Eltern von Transkindern, Lisa Müllers eigenes Kind gehört dazu. Die Mutter erzählt: „Seit Jens Spahn als Gesundheitsminister 2019 das Gesetz gegen Konversionsbehandlungen vorgeblich zum Schutz von Lesben und Schwulen durchgesetzt hat, herrscht unter PsychotherapeutInnen beim Thema Trans nur noch der affirmative Ansatz, also das unhinterfragte Bejahen der Genderidentität und begleiten der Transition. LehrerInnen, PädagogInnen und die Medien haben diesen affirmativen Ansatz unreflektiert übernommen.“ Viele der heutigen Trans-Kinder seien in der weiterführenden Schule und ohne Kenntnis der Eltern überhaupt erst auf den „Trans-Trip“ gekommen. Das „Narrativ“ der Trans-AktivistInnen lautet: Eltern, die ihren Kindern erstmal zu einer Psychotherapie raten, statt zu Hormonen oder Operationen, sind „transphob“. Und überhaupt: Eine Geschlechtsangleichung würde die aktuellen psychischen Probleme schon lösen.

Eine im April 2026 erschienene Langzeitstudie aus Finnland hat diese Erzählungen umfassend widerlegt: Medizinische Geschlechtsangleichungen führten bei einem Großteil der Jugendlichen nicht etwa zu einer Verbesserung der psychischen Gesundheit, sondern sie verstärkten psychische Erkrankungen noch. Bei jungen Männern, die eine Transition in Richtung Frau durchliefen, schnellte der Anteil psychischer Probleme von zehn Prozent vor der Umwandlung auf 61 Prozent nach einer Behandlung in die Höhe. Bei jungen Frauen mit Transition in Richtung Mann stieg die psychische Belastung von 22 auf 54 Prozent. 

In den USA verklagt die unabhängige Verbraucherschutzbehörde „Federal Trade Commission“ (FTC) aktuell die „World Professional Association for Transgender Health“ (WPATH), weil WPATH Eltern und Kinder über den Nutzen und Sinn von „pädiatrischen Transitionsdienstleistungen“ (Hormone, Pubertätsblocker, Brust- und Penis-Amputationen) getäuscht haben soll. Soll heißen: Der Weg für Millionenklagen von geschädigten Kindern gegen leichtfertige ÄrztInnen und TherapeutInnen wird geebnet. 

Dazu Lisa Müller vom Elternnetzwerk ROGD: „Auch viele europäische Länder rudern längst zurück, weil Studien beweisen, dass beim Thema Trans gewaltige Fehler auf Kosten der Kinder gemacht wurden. Ich glaube, in 20 Jahren wird man auf diese Zeit des Trans-Hypes zurückblicken und feststellen, dass es eine Zeit war, in der die Erwachsenenwelt komplett versagt hat. ÄrztInnen, TherapeutInnen, Schulen und auch manche Eltern. Die Jugendlichen werden ihre psychischen Probleme und ihren Stress mit dem Erwachsenwerden schon bald anders ausleben. Doch für viele Kinder, mehrheitlich Mädchen, ist es dann zu spät. Sie werden zeitlebens unter dem leiden, was ihnen während ihrer Trans-Identifizierung angetan wurde.“ 

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