Italienerinnen: Ab unter den Tschador!

Iran will – erst mal – nicht weiterbasteln an seiner Atombombe. Dafür wurden die Wirtschaftssanktionen aufgehoben – und darüber jubeln nicht nur die Iraner. Es jubelt auch die Wirtschaft des Westens. Gerade ist Präsident Hassan Rohani auf Einkaufstour in den Kapitalen des Westens unterwegs. Angefangen hatte er am Dienstag in Rom.

In der Hauptstadt Italiens gab es viele geöffnete Arme für den Diktator aus dem Iran – inklusive der von Papst Franziskus – und ein ganz klein wenig Protest. Grund dafür gibt es reichlich. Schließlich ist der Iran auch 37 Jahre nach der Machtergreifung von Ayatollah Khomeini bis heute eine Schreckensherrschaft für seine EinwohnerInnen. Die weitgehende Entrechtung der Frauen, über 2000 Todesurteile allein im vergangenen Jahr sowie ein kruder Antisemitismus dokumentieren das.

Todesurteile, Antisemitismus, Entrechtung der Frauen... Egal!

Darum fand auch der Oberrabbiner Riccardo di Segni es unerträglich, dass der Präsident eines Landes, das bis heute den Mord an Millionen Juden leugnet, einen Tag vor dem 27. Januar, der als Gedenktag für den Holocaust gilt, empfangen wird. Auch Amnesty International sowie einige Exil-IranerInnen waren not amused.

Und die Frauen? Die haben es verpennt. Mal wieder. Denen wird noch solange eingeredet, dass ihre Rechte nicht so schwer wiegen wie die aller anderen, dass sie es bald selber glauben werden.

Ăśbrigens: Beim Dinner gab es keinen Wein, aus RĂĽcksicht auf den Gast. Ciao bella Italia.

PS: Inzwischen gibt es reichlich Spott und Kriti in Italien - nur will es niemand gewesen sein. Präsident Renzi behauptet, er habe von nichts gewusst. Und nun landet das ganze beim "Protokollchef".

 

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