Trans: "Wölfe in weißen Kitteln"
Die Aufregung ist groß, zumindest beim zur Zeit generell aufgeregten Spiegel. Denn in den USA soll künftig die Behandlung von „trans Kindern und Jugendlichen“ mit Hormonen und Operationen nicht mehr von der staatlichen Gesundheitsfürsorge übernommen werden. Das hat Präsident Donald Trump verkündet, gemeinsam mit dem Leiter der staatlichen Gesundheitsprogramme, Mehmet Oz. Beim Spiegel wird aus dem Herzchirurgen Oz ein „umstrittener TV-Arzt“ und aus Trumps Ankündigung ein Wahlkampf-Coup und vor allem: Eine „neue Eskalation im Kampf gegen Minderheiten“.
Was der Spiegel verschweigt: Gerade hat das „Department of Health and Human Services“ (HHS) einen Bericht veröffentlicht, der zeigt: Amerikanische Mediziner und Hospitäler haben in der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Geschlechtsdysphorie kläglich versagt. Sie haben Profitinteressen über den medizinischen Grundsatz „Do No Harm“ (Richte keinen Schaden an) gestellt, haben Kinder und Jugendliche in irreversible Behandlungen mit Hormonen oder gar Operationen gedrängt. Und sie haben Millionen verdient, indem sie ihre jungen Patienten mit dafür nicht zugelassenen Medikamenten behandelten und die Krankenkassen mit falschen Diagnosen täuschten. Titel des Berichts: „Wolves in White Coats“ – Wölfe in weißen Kitteln.
Der Bericht veranlasste US-Vizepräsident J.D. Vance, zusammen mit Gesundheitsminister Kennedy und HSS-Chef Brian Christine vor die Presse zu treten und zu erklären: „Diese Vorwürfe sind ungeheuerlich und erfordern eine Untersuchung. Diese Administration wird nicht untätig bleiben, wenn manche im medizinischen System unseren Kindern schaden mit Blick auf ihren Profit. Ich habe diesen Vorgang an das Justizministerium weitergeleitet, damit Ermittlungen eingeleitet werden. Wir werden diesen Betrug stoppen.“
Bei biologisch männlichen Patienten wurde ein Östrogenmangel diagnostiziert
Gewisse Krankenhäuser haben rund elf Millionen Dollar für die Behandlung von 13- bis 17-Jährigen mit Pubertätsblockern abgerechnet, Diagnose: „vorzeitige Pubertät“. Nur: Niemand über 13 kann „vorzeitig“ in die Pubertät kommen. Und weitere 50 Millionen Dollar wurden für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit einer „unspezifischen endokrinen Störung“ abgerechnet. Es liegt der Verdacht nahe, dass es Trans-Behandlungen mit Hormonen waren, die für diese Jugendlichen nicht genehmigt sind und auch nicht bezahlt worden wären.
Das Vorgehen der amerikanischen Trans-MedizinerInnen erinnert frappierend an den Fall von Sabine Maur in Deutschland: Die Ex-Vizepräsidentin der Psychotherapeutenkammer hatte in einer Online-Fortbildung ihren KollegInnen einen „Wink mit dem Zaunpfahl“ gegeben. Grund: Die Krankenkassen übernehmen keine Behandlungen von Menschen, die sich als „nonbinär“ bezeichnen. Therapeutin Maur hatte ihren KollegInnen geraten, die Krankenkassen auszutricksen, indem sie bei diesen PatientInnen fälschlicherweise die Diagnose „transgeschlechtlich“ eintragen. Das Video wurde geleakt, Maur musste von ihren Ämtern zurücktreten.
Im US-Bericht werden nicht nur Whistleblower zitiert, die aussagen, wie in den Kliniken systematisch mit bewusst falschen Diagnosen gearbeitet wurde. Die Krankenschwester Vanessa Sivadge bezeugt, dass in der Gender Clinic des Texas Childen’s Hospital „bei biologisch männlichen Jugendlichen ein Östrogenmangel“ diagnostiziert wurde, um die Verschreibung von Östrogen zu rechtfertigen und „bei biologisch weiblichen Jugendlichen ein Testosteronmangel“, um die Verschreibung von Testosteron zu rechtfertigen. Das Hospital habe medizinische Berichte gefälscht und ein „Netz aus Lügen und Konfusion gesponnen, das es schwer machte, den Betrug nachzuweisen“.
Was mit wenigen spezialisierten Gender-Kliniken begann, wurde zur Goldgrube
Doch es geht in dem „Wolves in White Coats“-Bericht keineswegs nur um den Betrug der Krankenkassen, sondern um ein ganzes System der Verwirrung und Täuschung. Die Pädiatrie, also die Medizin für Kinder und Jugendliche, sei die Sparte, in der lange Zeit die geringsten Gewinnspannen erzielt werden konnten. Das änderte sich schlagartig, als „trans“ eine Mode-Diagnose und die sogenannte „Gender-Medizin“ von der Nischen-Versorgung sehr weniger Kinder und Jugendlicher zu einer großen Goldgrube wurde. „Was als eine Handvoll spezialisierter Kliniken für Geschlechtsdysphorie begann“, wurde ab den 2020ern „zu einem Programm, an dem heute 225 Kliniken beteiligt sind.“
Kein Wunder. Rund 16.000 Dollar kostet eine Behandlung mit Pubertätsblockern im Jahr, eine einzige Phalloplastik, also ein aus Eigenhaut konstruierter Penis, kostet rund 150.000 Dollar! Praktischerweise sind Trans-PatientInnen sogenannte „captive patients“, also solche, die lebenslang vom medizinischen System versorgt werden müssen. Gegengeschlechtliche Hormone müssen bis zum Lebensende genommen werden, die Nebenwirkungen sind bisher kaum erforscht. Und auch die Komplikationen durch OPs können ein Leben lang auftreten.
Der Bericht wirft der Biden-Administration der Demokraten vor, diesen Markt geschaffen zu haben, indem sie die „Gender Affirmativ Care“ zur Maxime ausrief, also die Anweisung an Psychologen und Mediziner, den Transitionswunsch eines Kindes oder Jugendlichen in jedem Fall zu bestätigen.
Die im Bericht zitierten Fallbeispiele, in denen junge Frauen und Männer berichten, wie sie von MedizinerInnen in ihrer Selbstdiagnose „Trans“ bestätigt worden seien, sind haarsträubend. Sie reichen von einem Rezept für Hormone nach einer 15-minütigen-Konsultation bis zum sexuell missbrauchten Mädchen, das die Frage googelt: „Why do I hate being a girl?“ Nach einem einstündigen Gespräch am Children’s Hospital Los Angeles erklären die Ärzte den skeptischen Eltern, ihre Tochter sei „100% trans“. Das Mädchen war zwölf, mit 14 wurden ihr die Brüste amputiert.
Doch die Missbrauchten beginnen, sich zu wehren. Im April 2026 hatte der Fall Fox Varian Schlagzeilen gemacht. Die 22-Jährige hatte ihren Therapeuten und den Chirurgen verklagt, der ihr mit 16 die Brüste entfernt hatte. Sie bekam Recht und zwei Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen, weil der Therapeut Fox und ihre Mutter zur OP „regelrecht gedrängt“ hatte. Fox Varian war die erste, aber sicher nicht die letzte: Zurzeit sind in den USA 30 Klagen ehemaliger PatientInnen anhängig, die MedizinerInnen wegen sträflich leichtfertiger Trans-Diagnosen und verstümmelnder Behandlungen verklagen.
Auch kritische Gender-MedizinerInnen warnen schon seit Jahren vor einer Trans-Medizin, die aus dem Ruder gelaufen ist. Wie die Psychologin Laura Edwards-Leeper. Sie gehört zu den bekanntesten Gender-Medizinerinnen Amerikas und hatte 2007 die erste pädiatrische Gender-Klinik der USA in Boston gegründet. „Wenn wir nicht sofort Kurskorrekturen vornehmen, prophezeie ich, dass wir entweder anhaltende Rechtsstreitigkeiten und Tragödien im Zusammenhang mit Detransitionen oder zunehmende Verbote von Behandlungen erleben werden.“
Vance: Kliniken sollen das Wohl der Kinder über Ideologie und Profit stellen
Jetzt ist es soweit. Mehrere Bundesstaaten in den USA hatten die Behandlungen von Kindern und Jugendlichen mit Hormonen und OPs bereits verboten. Der Leiter des „Health and Human Services“ und Herausgeber des Berichtes, Brian Christine, erklärte nun: „Das Vereinigte Königreich, Schweden und Finnland setzen wieder auf Psychotherapie und psychologische Unterstützung. Es wird höchste Zeit, dass wir in den Vereinigten Staaten dasselbe tun. Und dabei geht es nicht um Politik. Es geht um Wissenschaft. Es geht um Sicherheit und um Vertrauen. Unsere Mission ist es, dass jedes Kind eine Behandlung bekommt, die evidenzbasiert, ethisch und des öffentlichen Vertrauens würdig ist.“
Und Vizepräsident Vance fügte hinzu: „Eltern vertrauen darauf, dass Ärzte ihnen die Wahrheit sagen und dass Krankenhäuser das Wohl ihrer Kinder über Ideologie und Profit stellen.“
CHANTAL LOUIS

