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Der Kaiserin erotische Träume

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Im Alter von 33 Jahren beschloss Kaiserin Sisi, sich nicht mehr fotografieren zu lassen. Ihr Argument: Das bringe Unglück. Jedesmal, wenn sie sich habe fotografieren lassen, sei danach etwas passiert.

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Es liegt allerdings nahe, dass sie durch ihr Älterwerden nicht das Bild von der „schönsten Frau Europas“ zerstören wollte. „Wenn mich einmal die Zeit berührt hat, werde ich mich verschleiern, und die Leute werden von mir sprechen als von der Frau, die ich einst war“, soll sie zu ihrer Lieblingsnichte Marie Larisch gesagt haben. Gesagt, getan.

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Acht Jahre zuvor hatte Sisi begonnen, Fotos schöner Frauen zu sammeln. Beim Hoffotografen Angerer, aber auch in ganz Europa. In ihrem Auftrag schrieb der österreichische Außenminister an seine Botschafter: „I.M., die Kaiserin wünscht für ihre Privatsammlung photographierte Porträts schöner Frauen aus den vorzüglichen Hauptstädten Europas zu erhalten. Einen besonderen Werth würde Allerhöchstdieselbe darauf legen nebst dererlei Porträten orientalische Schönheiten, Photographien schöner Frauen aus der Haremswelt zu besitzen.“

Die gewünschten Fotos trudelten ein, aus Paris solche nicht aus der Haremswelt, sondern auch aus der Halbwelt. Sisi ließ die Fotos persönlich in Alben kleben, darunter das Amethyst-Album mit erotischen Fotos. Zusammen mit 17 weiteren Alben und insgesamt rund 2.000 Fotos ist es auf verschiedenen Wegen in das Museum Ludwig in Köln gelangt. Dort beugen sich nun KunsthistorikerInnen über den erhaltenen Schatz und fragen sich, ob diese Alben nicht eine Art Bilder-Tagebuch der Kaiserin seien. Ausdruck ihrer Fantasien von Weiblichkeit, oder sogar Gegenstand ihres Begehrens. Annika Ross sprach mit der Kuratorin der Sammlung, Miriam Szwast.

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