Die neuen Tonträgerinnen

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Die einen haben im Punk angefangen, die anderen ein Musikstudium absolviert; sie waren Straßenmusikerin, Rapperin, Backgroundsängerin, Frontfrau einer Rockband, Chorsängerin, Bassistin. Sie waren viel zu lange abwesend – in den Plattenregalen, auf den Bühnen, in den Charts. Aber jetzt sind sie da: Die neuen Tonträgerinnen! Sie geben nicht mehr nur in kleinen Clubs für LiebhaberInnen den Ton an, sondern auch in ausverkauften Konzerten in großen Hallen. Und weisen damit die Seitenscheitel-Indie-Boys genauso in ihre Schranken wie die Super-Sexy-Lapdance-Popstars.

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Sie heißen Katzenjammer, Cibelle, Laing, Coeur de Pirate, Maia Vidal, Fleur Earth, Camille, Dota Kehr, Nneka, Yael Naim, Lonely Drifter Karen, Hindi Zahra, Mariama, Zaz … Lauter eigenwillige Künstlerinnen, die ihre Songs nicht nur schreiben, sondern auch inszenieren; die ihrer Stimme zwar eine Hauptrolle geben, darüber hinaus aber ein, zwei, drei … zehn Instrumente spielen. Sie experimentieren mit Sprache und Sprachen, mit Raum und Zeit, mit Timbre und Tonfarben und selbstverständlich auch mit Rollen. Kein höhnender Dieter Bohlen, keine ratternde Marketing-Maschine, sondern einfach nur: Authentizität & Qualität.

Zum Beispiel Zaz. Die Französin mit dem Heiserkeitstouch in der Stimme hat auch in Deutschland die Charts gestürmt. Zuvor ist sie zwei Jahre lang mit einem baskischen Tanzorchester über die Dörfer getingelt, hat in Marokko Latin-Standards interpretiert und Piaf-Chansons in Sibirien. Sie hat alles gesungen, was man von ihr wollte, ließ sich von Musikjobs überallhin treiben – bis sie die Schnauze voll hatte.
Fragt man die Ladies nach ihren Vorbildern, nennen sie stolz vor allem: Mütter, Tanten, große Brüder, Freundinnen … Coeur de Pirate (Piratenherz) aus Montreal zum Beispiel imitierte schon mit drei die eigene Mutter, eine Pianistin, und klimperte auf dem Klavier herum. Und Zaz, die ihren verdutzten Eltern schon mit vier erklärte, sie wolle Sängerin werden, erinnert sich: „Wichtig war meine kleine Großmutter aus der Bretagne. Beim Rummel oder bei Festen, stieg sie immer auf die Tische und hat gesungen.“ Heute ist Zaz ebenso berüchtigt für wilde Auftritte wie ihre Ahnin. Das gilt auch für ihre sechs Kolleginnen, die Anna-Bianca Krause vorstellt.

Hier haben wir euch unsere Lieblinssongs zusammengestellt. Viel Spaß beim Reinhören!

Katzenjammer: Grölende Girls gehen über Bord
1. I will dance when I walk away
2. Rock Paper Scissors
3. A Bar in Amsterdam

Dota & die Stadtpiraten: Der Fluch des Schlaraffenlands
1. Utopie
2. Aber hey
3. Eine Fee

Fleur Earth: Auf der Suche nach dem Klang der Emotion
1. Am Boden
2. Monster

Ich dachte
4. Ausdruck

Camille: Dreidimensionale Chansons

1, 2, 3
2. L'étourderie

Allez Allez Allez

Tanja Frinta/Lonely Drifter Karen: Alice in Musicland
1. A Roof Somewhere
2. Ready To Fall

Maia Vidal: Das Alphabet der Phobien
1. Alphabet Of My Phobias

 

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