Her mit unseren Rechten!

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Wie eine Löwin kämpfte Elisabeth Selbert (Foto re) vor 75 Jahren darum, dass dieser Satz im Grundgesetz verankert wurde. Wäre es nach den 61 „Vätern des Grundgesetzes“ gegangen, hätte es ihn nie gegeben. Doch da waren ja noch die vier „Mütter des Grundgesetzes“…

75 Jahre Grundgesetz

Am 23. Mai 1949 wurde es verabschiedet: das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Darin der Artikel 3: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Die vier „Mütter des Grundgesetzes“ kämpften wie Löwinnen um diesen so stolzen Satz - unterstützt von Zehntausenden Frauen.

Sander: Ihr seid unerträglich!

Mit Helke Sanders legendärer „Tomatenrede“, die sie 1968 an der Frankfurter Uni hielt, begann der Aufstand der linken Frauen gegen ihre eigenen Genossen. Auch heute wird in linken - „intersektionalen“ - Kreisen die Frauenfrage gern wieder zum „Nebenwiderspruch“ degradiert.

Unsere mutigen Vordenkerinnen

Sie haben den Stamm gesetzt, aus dem bis heute Äste und Verästelungen treiben. EMMA stellt in einer Serie die großen Vordenkerinnen vor, die – wie Simone de Beauvoir mit „Das andere Geschlecht“ – den neuen Feminismus prägten.

Lassnig: „Mit einem Tiger schlafen“

Maria Lassnig wehrte sich gegen Geschlechter-Zuschreibungen und männliche Dominanz, vor allem im Kunstbetrieb. Bauerstochter Birgit Minichmayr spielt die Bauerstochter und Künstlerin in all ihrer Absolutheit und Melancholie. Alterslos und ungeschminkt. Jetzt im Kino!

Friedan: Glückliche Hausfrau?

Betty Friedan entlarvte den Mythos von der "glücklichen Hausfrau" schon 1963 in ihrem Buch „Der Weiblichkeitswahn“. Dieser Auszug analysiert, wie nach dem Zweiten Weltkrieg die Hausarbeit zu einem Ganztagsberuf ausgedehnt wurde – und mit welchen Folgen. - Aus der EMMA-Serie "Feministische Vordenkerinnen".

Beauvoir: Was ist eine Frau...?

... und was ein Mann? Das fragte Simone de Beauvoir 1949 in ihrem bahnbrechenden Essay. Dieser Auszug aus Simone de Beauvoirs „Anderem Geschlecht“ könnte aktueller nicht sein: „Die Frau lehnt es ab, sich auf ihre weibliche Rolle zu beschränken, weil sie sich nicht verstümmeln will. Würde sie aber auf ihr Geschlecht verzichten, wäre dies ebenfalls eine Verstümmelung.“

Putin & Macron: Echte Kerle?

Alice Schwarzer über Machos. 2009 zeigte ein Foto Putin hoch zu Ross durch die Tundra streifend. Er produzierte das angesagte Männerbild seiner Kultur. Macron griff 2024 zu Boxhandschuhen und demonstrierte erstaunliche Bizeps. Ganz der Rocky. Will er jetzt auch ein „echter Mann sein“?

Ernaux: Meine Mutter in der Nacht

„Ich finde nicht aus mehr aus meiner Nacht heraus.“ Das war der letzte Satz, den die demente Mutter von Annie Ernaux schrieb. Schon 1990 erzählte die Nobelpreisträgerin über das Gleiten der Mutter in die Demenz und ihr Dahinsiechen in einem Altersheim. Das Buch wurde bisher nicht ins Deutsche übersetzt.

Didier Eribon: Ich klage an!

In seinem Buch „Eine Arbeiterin“ beschreibt der französische Soziologe Didier Eribon, wie seine Mutter nach einem harten Leben erbärmlich im Altersheim dahinsiecht und stirbt. Wie schon Simone de Beauvoir in ihrem Schlüsselwerk „Das Alter“ klagt er eine Gesellschaft an, die die Alten vergisst.

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