Michael Beretin und Jürgen Rudloff: Keine Saubermänner im Rotlichtmilieu. - © Foto: C. Lauer
Michael Beretin und Jürgen Rudloff: Keine Saubermänner im Rotlichtmilieu. - © Foto: C. Lauer

Zwangsprostitution im "Paradise"?

Während „Paradise“-Geschäftsführer Michael Beretin weiterhin in Untersuchungshaft sitzt, erhebt die Staatsanwaltschaft Stuttgart neue Vorwürfe gegen Jürgen Rudloff (Foto re), der als Inhaber der „Paradise“-Häuser gilt. Laut Bild soll es im „Paradise“ Zwangsprostituierte gegeben haben, die von Mitgliedern einer Rockerbande, den United Tribuns aus Stuttgart und Bosnien, zur Prostitution gezwungen worden seien.

Zwangsprosti-
tution im Paradebordell "Paradise"?

Eine 18-Jährige in Rudloffs Paradies soll unter Androhung von Gewalt sogar genötigt worden sein, sich den Namen ihres „Besitzers“ auf den Bauch tätowieren zu lassen. Und eine junge Schweizerin soll von ihrem Zuhälter u.a. mit einem Gürtel geschlagen und dazu gezwungen worden sein, 10.000 € pro Woche an den Mann abzuliefern. Rudloff wollte sich auf Anfrage von Bild zu den Anschuldigungen nicht äußern, hatte jedoch noch in der vergangenen Woche alle Vorwürfe bestritten.

Eine Prostituierte zahlt in der Woche im "Wellnessbordell Paradise" rund 700 € für Eintritt (79 € am Tag) und Steuer (25 €). Bei 50 € pro Freier und einer Sechs-Tage-Woche und 10.000 Euro für den Zuhälter muss die Frau also rund 34 Männer pro Tag zu Willen sein – und hat dann immer noch keinen einzigen Cent für sich zum Leben. So geht’s zu im Paradise. Für die Frauen.

Aber auch so mancher Mann dort ist unglücklich. Zum Beispiel der eigene Sohn von Bordellkönig Rudloff war so ein unglücklicher Mensch. Seine Mutter machte im Dezember in der vielgesehenen SWR-Talkshow „Nachtcafé“ überraschend den Selbstmord ihres Sohnes, den sie mit Rudloff hatte, öffentlich.

Welche Rolle spielt der Vertreter der Allianz-Versicherung?

Frau Steinz schilderte ihren Sohn als besonders sensibel und geradezu gerechtigkeitsfanatisch. Sie ließ es dennoch zu, dass der junge Mann in dem Bordell seines Vaters, von dem sie schon länger getrennt lebt, arbeitete. Am Tag des Selbstmordes von Marc-Dennis war der Vater zusammen mit einem Freund zu Besuch bei seiner Ex und seinem Sohn – und verabschiedete sich mit den Worten: Bis nachher, komm doch noch nach. Vermutlich auf dem Weg zum Paradise sprang Marc-Dennis von einer Brücke.

Mehr über die Großrazzia im Paradise, in weiteren Großbordellen und „Modelwohnungen“, sowie die Verquickungen eines Generalvertreters der Allianz Versicherung mit Rudloff & Co. im aktuellen EMMA Magazin. Und der aktuelle Stand der Gesetzesplanung: Welche Rolle spielt eigentlich die Staatssekretärin des Frauenministeriums, die ASF-Vorsitzende Elke Ferner, bei der Verzögerung des neuen Prostitutionsgesetzes? 

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