In der aktuellen EMMA

Das Internationale Frauenfilmfestival

Szene aus "Heavy Craving" - der Film ist auch als Stream zu sehen.
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Leipzig, 1960er Jahre: Dass sie schwarz ist, wird Ines von ihren weißen Eltern als „Zufall“ verkauft. Mutter Sigrid hatte eine Affäre mit Lucien aus Togo, der als Student ins sozialistische Bruderland DDR kam. Ein halbes Jahrhundert später macht Ines Johnson-Spain (die heute Szenenbild an der Konrad-Wolf-Filmschule in Babelsberg lehrt) sich auf Spurensuche in Leipzig und Togo. Ihre autobiografische Dokumentation ist einer von 15 Dokumentar- und Kurzfilmen im Schwerpunkt „Nach der Wende“.

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Zum 30. Jubiläum der Wiedervereinigung werfen Filmemacherinnen einen Blick auf die Nachwendejahre. Fast alle kommen selbst aus Ostdeutschland, das „Amber Film & Photography Collective“ allerdings stammt aus Newcastle und reiste 1987 als erstes und einziges Filmteam aus Großbritannien in die DDR: Die Britinnen befragten eine Frauenbrigade der Warnowwerft über ihren Alltag im Sozialismus und ihre Träume. 25 Jahre später kehrt das Filmteam zurück und will wissen, wie das Leben der Frauen nach der Wiedervereinigung verlaufen ist: „From Us to Me“.

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Außerdem im abgespeckten Programm, das immerhin noch rund 50 Filme umfasst: Der Schwerpunkt „Begehrt!“ mit „queeren“ Filmen über Homo-, Inter- und Transsexualität; ein Kurzfilmprogramm für Kinder und Experimentalfilme der 70er und 80er Jahre. Auch in diesem Jahr verleiht das Festival wieder mehrere Preise: Der Preis für die „beste Bildgestalterin im Bereich Spielfilm“ geht an Kamerafrau Sabine Panossian für das Beziehungs-Drama „Off Season“. Ihre Kollegin Doro Götz zeichnete die Jury für ihre Doku „Lost in Face“ aus, in der es um eine Frau geht, die keine Gesichter erkennen kann.

Den mit 10.000 Euro dotierten Preis für das beste internationale Spielfilmdebüt gewann die brasilianische Regisseurin Maya Da-Rin: In ihrem Film „A Febre“ (Das Fieber) erzählt sie die Geschichte des Indigenen Justino, der zwischen Tradition und Moderne zerrissen ist. Alle Gewinner-Filme werden auf dem Festival gezeigt, die weiteren nominierten Spielfilme (darunter "Heavy Craving", Foto oben) sind in der Festivalwoche als Stream zu sehen.

Internationales Frauenfilmfestival, 9. – 13.9. in Köln, www.frauenfilmfestival.eu

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