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Türkei: Straffreiheit für Täter?

Foto rechts: Turkish Presidency/Murat Centinmuhurdar/Handout/dpa
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Er fällt immer wieder mit frauenfeind­lichen Aussagen auf. „Man kann Frauen und Männer nicht gleichstellen. Das ist gegen die Natur“, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan 2014 auf einer Veranstaltung, damals noch als Premierminister. Verhütung lehnt er ab, „keine muslimische Familie sollte so etwas tun“.

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Das war das Jahr, in dem Bülent Arınç, zu der Zeit Erdoğans Stellvertreter, Frauen verbieten wollte, in der Öffentlichkeit zu lachen. Er klagte: „Wo sind unsere Mädchen, die leicht erröten, ihren Kopf senken und die Augen abwenden, wenn wir in ihre Gesichter schauen, und somit zu einem Symbol der Keuschheit werden?“ Ein Jahr später fiel er einer Abgeordneten der pro-kurdischen Partei jäh ins Wort, als diese ihn kritisierte. „Sie als Frau, seien Sie still!“

Eine Ratgeber-Broschüre erklärt, es sei in Ordnung, die Frau ab und an zu schlagen

Radikal-islamische Geistliche erklären im türkischen Fernsehen, um keine Spuren zu hinterlassen, solle man seine Frau nur mit der flachen Hand und nicht ins Gesicht schlagen. Und in Kütahya erklärte eine Ratgeber-Broschüre der Stadt frisch verheirateten Paaren: Es sei in Ordnung, die Frau ab und an zu schlagen, sollte sie ihrem Mann nicht gehorchen oder sich nicht für ihn schön machen.

Auch vor Gericht haben türkische Männer es leicht, Gewalt gegen Frauen zu rechtfertigen und mit milden Strafen davonzukommen – wenn der Mann zum Beispiel behauptet, die Frau habe ihn provoziert.

Viele Frauen sind empört. Und fordern Ihre Rechte. Wie zum Beispiel die Menschenrechtsanwältin Tuğçe Duygu Köksal. Sie kämpft vor Gericht für Freiheitsrechte – trotz der Repressalien, die unabhängigen Juristen in der Türkei drohen.

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