Frauen: Eintritt verboten!

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Bisher ging durch das Starbucks in Riad eine Mauer: auf der einen Seite saßen die Männer – auf der anderen die Frauen. Diese Geschlechtermauer wird gerade renoviert. Was zur Folge hat, dass Frauen erstmal draußen bleiben müssen.

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„Bitte treten Sie nicht ein, wenn Sie eine Frau sind. Schicken Sie Ihren Chauffeur für Ihre Bestellung.“ Dieses Schild hängt zurzeit vor dem coolen Café in der Hauptstadt von Saudi-Arabien. Ihren „Chauffeur“ könnten die unerwünschten Frauen schicken, weil sie A. meist vermögend genug sind, um einen zu haben, und B. ihnen in der saudischen Diktatur verboten ist, selber Auto zu fahren.

Jetzt unterwirft sich also sogar die amerikanische Kaffeehauskette, die sich ansonsten etwas auf ihre Aufgeschlossenheit und Toleranz zugutehält, den Regeln der islamischen Fundamentalisten. Darüber sind selbst die tiefverschleierten Frauen in Saudi-Arabien empört, die wahrlich so einiges gewohnt sind.

Starbucks setzt auf Toleranz - aber nicht auf Frauenrechte

„Die Starbucks in Saudi-Arabien fügen sich den lokalen Sitten und bieten getrennte Eingänge für Familien und Einzelpersonen (sprich: Männer) an.“ Mit diesen Worten reagierte die US-Kette auf den internationalen Protest und fügte beschwichtigend hinzu: „Alle unsere Cafés haben für alle das gleiche Angebot: Männer, Frauen, Familien.“ Wie beruhigend: Frauen kriegen also das Gleiche zu essen – so sie überhaupt rein dürfen.

Zur Erinnerung: Starbucks wirbt mit seiner „Diversity“ und der „Race Together“-Kampagne. Die US-Kette ist für die Homo-Ehe und gegen das Recht auf Waffenbesitz, und sie öffnet seine Türen allen „Rassen“. – Aber eben nicht immer überall allen Geschlechtern. Frausein ist auch für Starbucks noch immer das Letzte – so es das lokale Geschäft erfordert.

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Italienerinnen: Ab unter den Tschador!

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Iran will – erst mal – nicht weiterbasteln an seiner Atombombe. Dafür wurden die Wirtschaftssanktionen aufgehoben – und darüber jubeln nicht nur die Iraner. Es jubelt auch die Wirtschaft des Westens. Gerade ist Präsident Hassan Rohani auf Einkaufstour in den Kapitalen des Westens unterwegs. Angefangen hatte er am Dienstag in Rom.

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In der Hauptstadt Italiens gab es viele geöffnete Arme für den Diktator aus dem Iran – inklusive der von Papst Franziskus – und ein ganz klein wenig Protest. Grund dafür gibt es reichlich. Schließlich ist der Iran auch 37 Jahre nach der Machtergreifung von Ayatollah Khomeini bis heute eine Schreckensherrschaft für seine EinwohnerInnen. Die weitgehende Entrechtung der Frauen, über 2000 Todesurteile allein im vergangenen Jahr sowie ein kruder Antisemitismus dokumentieren das.

Todesurteile, Antisemitismus, Entrechtung der Frauen... Egal!

Darum fand auch der Oberrabbiner Riccardo di Segni es unerträglich, dass der Präsident eines Landes, das bis heute den Mord an Millionen Juden leugnet, einen Tag vor dem 27. Januar, der als Gedenktag für den Holocaust gilt, empfangen wird. Auch Amnesty International sowie einige Exil-IranerInnen waren not amused.

Und die Frauen? Die haben es verpennt. Mal wieder. Denen wird noch solange eingeredet, dass ihre Rechte nicht so schwer wiegen wie die aller anderen, dass sie es bald selber glauben werden.

Übrigens: Beim Dinner gab es keinen Wein, aus Rücksicht auf den Gast. Ciao bella Italia.

PS: Inzwischen gibt es reichlich Spott und Kriti in Italien - nur will es niemand gewesen sein. Präsident Renzi behauptet, er habe von nichts gewusst. Und nun landet das ganze beim "Protokollchef".

 

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