Nobelpreis für Nasrin Sotoudeh

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Am 3. Dezember erhält die Iranerin Nasrin Sotoudeh den „Alternativen Nobelpreis“. Sie hätten den echten Nobelpreis verdient! Am Tag darauf hat ein Dokumentarfilm über sie in Berlin Deutschlandpremiere. Das Team hat trotz der großen Gefahr gewagt, die Frauen- und Menschenrechtlerin in Teheran zu begleiten und zu befragen.

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Nasrin kann zur Verleihung des Preises nicht nach Europa kommen. Aus drei Gründen: Erstens, weil sie von ihrem Hungerstreik geschwächt und an Corona erkrankt ist. Zweitens, weil der Iran die mutige Kämpferin niemals ausreisen lassen würde. Und drittens, weil Nasrin, die zurzeit auf Hafturlaub bei ihrer Familie war, heute wieder ins Gefängnis muss!

Sie ist zum Symbol der Hoffnung für die Menschen im Iran geworden

Die Anwältin und Mutter zweier Kinder ist in den vergangenen Jahren zum Symbol des Widerstandes und der Hoffnung für die Menschen im Iran geworden. Seit Jahrzehnten lässt sie sich in ihrem Kampf um Menschenwürde und Freiheit nicht einschüchtern. Zuletzt wurde Nasrin 2018 zu 38 Jahren Gefängnis und 148 Peitschenhieben verurteilt. Grund: Sie hatte als Anwältin Frauen verteidigt, die gegen den Kopftuchzwang protestierten und für Frauenrechte.

Kurz war die schwer kranke Nasrin Sotoudeh auf Hafturlaub bei ihrer Familie, ihrem Mann und den zwei Kindern. Wird sie überleben? Es ist der richtige Moment, die so unerschrockene und selbstlose Frau zu ehren und sie mit dem Dokumentarfilm erneut in unser aller Bewusstsein zu holen!

Nazrin Sotoudeh mit Reza Khandan und den beiden Kindern.
Nazrin Sotoudeh mit Reza Khandan und den beiden Kindern.

Die im Jahr 2012 mit dem Sacharow-Preis geehrte Sotoudeh ist dem iranischen Regime schon sehr lange ein Dorn im Auge. 2006 rief sie die Aktion „Eine Million Unterschriften“ ins Leben, die die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in dem islamischen Mullah-Regime forderte. 2009 verteidigte sie die Aktivistinnen, die sich dem Zwang zur Verschleierung widersetzten, unter ihnen auch die Juristin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi.

"Die Gerechtigkeit möge in Iran wiederhergestellt werden"

Dafür ist Sotoudeh 2010 verhaftet worden. Das Urteil: Elf Jahre Haft, 20 Jahre Ausreiseverbot und Berufsverbot für immer. Der Fall erregte internationales Aufsehen. Nach drei Jahren wurde sie überraschend aus dem Gefängnis entlassen. 2018 dann die erneute Verurteilung.

Vor einigen Wochen schrieb Nasrin einen Offenen Brief, den ihr mit ihr solidarischer und ebenfalls zu Gefängnis verurteilter Mann Reza Khandan auf Facebook öffentlich machte. Sie dankte darin allen für den Zuspruch während ihres Hungerstreikes; sowohl von Mitgefangenen, die ebenfalls in Streik traten, wie von UnterstützerInnen weltweit. In dem Brief machte Nasrin noch einmal auf die aussichtslose Lage der politischen Gefangenen in Evin aufmerksam und äußerte die Hoffnung, dass „die Gerechtigkeit in unserem Land, im Iran, wiederhergestellt werden möge“.

Für einen Dokumentarfilm über Nasrin Sotoudeh, „Irans tapferste Frau“ (Titel), haben viele Frauen und Männer im Iran ihr Leben riskiert: Er ist jetzt in der ZDF-Mediathek zu sehen. Diese Doku von Jeff Kaufmann nicht verpassen!

Petition für die Freilassung von Nasrin Sotoudeh hier unterschreiben

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