„Dieser Film muss ein Weckruf sein!"

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Fee (Paraschiva Dragus) ist zehn, kommt aus Rumänien und wurde von ihrem Vater an einen Kinderhändlerring verkauft. Ihr versteinertes Gesicht gibt darüber Auskunft, welche Narben das Kinderbordell auf ihrer Seele hinterlässt. Vollends unerträglich wird es, wenn man weiß, dass die Geschichte einer Kommissarin (Nadja Uhl) und einer Staatsanwältin (Senta Berger), die bei ihren Ermittlungen „von ganz oben“ gestoppt werden, keineswegs erfunden ist. „In Wirklichkeit ist es noch viel schlimmer als wir es darstellen“, sagt Produzentin Gabriela Sperl. „Die Ergebnisse meiner Recherchen waren teilweise so krass, dass man sie gar nicht umsetzen konnte. Die Informationen, wie viele ‚Täter’ es bis in die höchsten politischen Hierarchien gibt, sind niederschmetternd.“

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Ursprünglich wollte Sperl einen Film über die Kinderprostitution in Katastrophengebieten wie Thailand oder Haiti machen, wo Menschenhändler nach Tsunami und Erdbeben verwaiste und verirrte Mädchen und Jungen zu Geld machen. Aber schon bald führte sie die Spur zurück nach Europa. Genauer: Nach Berlin, der „Drehscheibe für den Kinderhandel aus Osteuropa“.

So entstand ein Film, der nicht nur das Grauen der Kinderprostitution zeigt, sondern auch die Netzwerke der Täter. „Dieser Film muss ein Fanal, ein Weckruf sein!“ wünschte sich Produzentin Gabriela Sperl. Das ist „Operation Zucker“ gelungen. 

"Operation Zucker" am Dienstag, 19.1.2016 um 22.45 Uhr, ARD 

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