Ich bin Frauenbewegung!

Foto: Thomas Rabsch/laif
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Hallo Carolin. Duzen oder siezen?
Na, duzen. Unter Mädels. Und wir sind doch auch in Köln.

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Okay, dann kann es ja losgehen. Du hast sechsmal hintereinander den Deutschen Comedypreis gewonnen und einen stolzen Satz gesagt: Der Preis, der geschlechterübergreifend verliehen wird, zeige, dass du „nicht nur für eine Frau lustig bist, sondern auch lustiger als die Typen“. 2013 warst du offenbar zu lustig. Der WDR hatte ein Video von dir über die katholische Kirche abgesetzt. Was war da los?
Etwa 150 Leute hatten Strafanzeige gegen mich bei der Kölner Staatsanwaltschaft gestellt. Das habe ich aber zunächst gar nicht mitbekommen. Die Staatsanwaltschaft hatte das der Presse mitgeteilt. Ich hatte zum ersten Mal richtig krasse Bedrohungen bis hin zur Morddrohung. Und ich habe mich von meinem Sender sehr alleingelassen gefühlt, denn die Redaktion wusste, was wir machen wollten.

Kommen wir mal zu einem zentralen Thema von dir: Frauenkörper und Diätterror. Da hast du ja eine richtige Wut, oder?
Ja!

Woher kommt die?
Wenn ich darüber nachdenke, wie viel Zeit ich in meinem Leben damit verbracht habe, mir über mein Aussehen oder meinen Körper Gedanken zu machen! Über meine Cellulite oder meinen schlabberigen Oberarm (schiebt den Ärmel hoch und tippt die Unterseite ihres Oberarms an). Ich kann das auch anspannen, aber das hilft nicht so viel. Ich habe jetzt vierzig Jahre gebraucht, um zu verstehen, dass mein Körper so drauf ist. Der sagt sich: „Das hier an den Beinen und das hier an den Armen will ich behalten! Das ist für mich, wenn wir Krieg oder sowas haben, damit ich davon zehren kann!“ Ich hatte mir ja schon mal das hier wegtrainiert (kneift sich in den Oberarm). Da war dann aber auch das hier wegtrainiert (legt die Hände auf ihre Brüste) und das hier wegtrainiert (legt die Hände auf ihre Hüften). Das hab ich hingekriegt, aber ich sah nicht mehr wie ich aus.

Den ganzen Artikel in der Mai/Juni-EMMA lesen.

Carolin Kebekus im Gespräch mit Chantal Louis und Alice Schwarzer.
Carolin Kebekus im Gespräch mit Chantal Louis und Alice Schwarzer.

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