Abtreibung: Zeitenwende in Irland…

Großer Jubel und ein paar Freudentränen: Die Irinnen haben sich das Recht auf Abtreibung erstritten. © Niall Carson/dpa
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Sie jubelten und tanzten in den Straßen, sie lagen sich in den Armen und küssten sich, sie lachten und weinten. Noch bis zur letzten Minute hatten die Umfragen vorhergesagt, dass es knapp werden würde. Und dann das: 67 Prozent! Zwei von drei IrInnen hatten mit Ja gestimmt! Ja zum Recht auf Abtreibung! Ja zur Fristenlösung! Und das im erzkatholischen Irland.

Von einem „Erdrutsch“ ist die Rede und von einer „Zeitenwende“. Von einem „historischen Tag“ und einer „stillen Revolution“ sprach der sichtlich begeisterte irische Ministerpäsident Leo Varadkar. „Dies ist ein Tag, an dem wir ‚No More‘ gesagt haben“, erklärte er. „Ärzte werden ihren Patientinnen nicht mehr sagen, dass sie nichts mehr für sie tun können. Es wird keine einsamen Reisen mehr über die irische See geben. Es wird kein Stigma mehr geben und keine Isolation, weil die Last der Scham jetzt der Vergangenheit angehört.“

Der erst 39-jährige Regierungschef dürfte aus eigener Erfahrung wissen, was die „Last der Scham“ bedeutet: Der Sohn eines indischen Arztes und einer irischen Krankenschwester hat selbst als Arzt in einem Krankenhaus gearbeitet, bevor er in die Politik ging. Und: Er ist – heute offen – homosexuell.

Jubel in Irland: Ein Erdrutsch! Zeitenwende! Ein historischer Tag!

Viele von Irlands ÄrztInnen hatten sich für die Abschaffung des 8. Verfassungszusatzes eingesetzt. Denn sie mussten umsetzen, was seit 1983 in der katholischen Republik galt: Abtreibung war unter allen Umständen verboten, auch nach Inzest oder Vergewaltigung. Selbst wenn das Leben der Mutter bedroht war, durfte die Schwangerschaft erst dann abgebrochen werden, wenn die Mutter schon in akuter Lebensgefahr schwebte. So durfte zum Beispiel eine Krebsbehandlung mit Medikamenten, die den Tod des Fötus verursachen, erst beginnen, wenn die schwangere Frau schon schwerkrank war.

Am 28. Oktober 2012 war Savita Halappnavar in der Uniklinik von Galway gestorben. Die 32-jährige Zahnärztin war wegen starker Schmerzen in das Krankenhaus gekommen, die Ärzte erklärten ihr, dass der 17 Wochen alte Fötus nicht überleben würde. Dennoch durften sie keine Abtreibung vornehmen, solange der Fötus noch einen Herzschlag hatte. Savita starb an einer Sepsis. Ihr Tod erschütterte das Land.

Es waren Fälle wie dieser oder der des 14-jährigen Vergewaltigungsopfers, das per Gerichtsbeschluss daran gehindert wurde, für eine Abtreibung das Land zu verlassen, die die Mehrheit für ein Abtreibungsverbot zur Minderheit werden ließen. Hinzu kommt der Glaubwürdigkeitsverlust der katholischen Kirche: Missbrauchs-Skandale und die grauenvolle Ausbeutung „gefallener Mädchen“ als Arbeitssklavinnen in kirchlich geführten Wäschereien bis in die 1990er Jahre führten dazu, dass sich die katholischen Oberhäupter jetzt in den Debatten um die Aufhebung des Abtreibungsverbots zurückhielten.

Die christlichen Fundamentalisten konnten die Fristenlösung nicht verhindern

Weniger zurückhaltend hingegen waren die christlichen Fundamentalisten aus den USA. Die Evangelikalen pumpten kräftig Geld in die Kampagne der Bewahrer des Status Quo für ein striktes Verbot der Abtreibung. Aber es nützte nichts. 87 Prozent aller JungwählerInnen stimmten für eine Aufhebung des 8. Verfassungszusatzes und damit für eine Fristenlösung. Sogar unter den 50- bis 65-Jährigen stimmten 63 Prozent mit Ja.

Auch der 8. Verfassungszusatz war 1983 mit einem Referendum eingeführt worden. Damals hatten zwei Drittel der IrInnen für das strenge Abtreibungsrecht gestimmt. 35 Jahre später stimmten zwei Drittel dagegen. Genauso viele übrigens, wie vor drei Jahren für die „Ehe für alle“ votiert hatten.

„Man hat behauptet, dies sei eine Kampagne, die das Land spaltet. Es war aber eine Kampagne, die das Land geeint hat“, kommentiert die Irish Times. Und schreibt weiter: „Irland hat nicht nur seine Verfassung oder seine Gesellschaft verändert – es hat mit dieser Abstimmung die Welt verändert. Denn in vielen Ländern wird das Recht auf Abtreibung attackiert.“

Zum Beispiel in Deutschland. Fakt ist: Ab Anfang nächsten Jahres wird das erzkatholische Irland ein fortschrittlicheres Abtreibungsrecht haben als wir. In Deutschland ist ein Schwangerschaftsabbruch de facto immer noch eine Straftat, die nur unter bestimmten Bedingungen straffrei bleibt. Doch selbst dieser entmündigende „Kompromiss“ von 1995 steht unter Beschuss. Die christlichen Fundamentalisten, die entscheidend zur Wahl von Trump beigetragen haben, agitieren schon lange auch in Europa. Hinzu kommt in Deutschland jetzt die AfD, die eine „Willkommenskultur für das ungeborene Leben“ fordert. Und auch so mancheR PolitikerIn der Union ist beim alljährlichen „Marsch für das Leben“ in Berlin mit von der Partie.

In Deutschland: Schwangerschafts- Abbruch ist immer noch verboten

Die Zeichen stehen hierzulande also auf Rückschritt. Wie wackelig das eben nicht verbriefte Recht auf Abtreibung ist, zeigt die aktuelle Attacke gegen ÄrztInnen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen: Am 24. November wurde die Gießener Ärztin Kristina Hänel vom Amtsgericht Gießen zu 6.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Grund: Sie hatte auf ihrer Website darüber informiert, dass sie Schwangerschaftsabbrüche vornimmt. Per E-Mail können Interessierte ein PDF anfordern, in dem sie über den Ablauf des Abbruchs aufklärt. Das aber ist in Deutschland ungeheuerlicherweise verboten.

Seit Jahren nutzen sogenannte „Lebensschützer“ den §219a, um ÄrztInnen anzuzeigen. Das Amtsgericht Gießen, das Kristina Hänel verurteilte, verkündete klipp und klar, worum es im Kern geht: „Schwangerschaftsabbrüche sind laut Gesetz verboten“, so Staatsanwalt Schneider. „Erst im zweiten Absatz folgen die Ausnahmen von diesem Verbot.“

Die Strategie der „Lebensschützer“, ÄrztInnen einzuschüchtern, geht auf. Immer weniger MedizinerInnen sind bereit, Abbrüche durchzuführen.

Doch diesmal ging der Schuss nach hinten los. Der Fall Hänel machte bundesweit Schlagzeilen, und so manche (junge) Frau begriff nun überhaupt erst, auf welch tönernen Füßen das Recht auf Abtreibung steht. Frauen und solidarische Männer demonstrierten vor dem Gericht, 150.000 Menschen unterzeichneten eine Petition für die Abschaffung des §219a. 285 ÄrztInnen forderten dasselbe in einem Offenen Brief.

SPD-Rückzug beim §219a aus "Rücksicht auf Koalitionspartner CDU"

Und auch die Politik machte mobil. Die Linke, die Grünen und auch die SPD legten Gesetzentwürfe für die Streichung des Knebel-Paragrafen vor. Es gab also eine parlamentarische Mehrheit gegen den §219a. Aber: Am Tag vor der Kanzlerinnen-Wahl machte die SPD einen Rückzieher. Mit „Rücksicht auf den Koalitionspartner“ zog sie ihren Entwurf zurück.

Das gab Ärger auch in den eigenen Reihen, nicht nur an der Basis, sondern auch in den oberen Etagen. „Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, erklärte Frauenministerin Franziska Giffey (SPD). „Frauen, die ungewollt schwanger sind, befinden sich in einer Ausnahmesituation. In einer solchen Situation brauchen Frauen Information, Beratung und Unterstützung. Und sie brauchen Ärztinnen und Ärzte, die nicht unter dem Generalverdacht stehen, kriminell zu handeln und sich strafbar zu machen.“

Nun soll Justizministerin Katharina Barley (SPD) einen neuen Gesetzentwurf vorlegen. Eine komplette Streichung des §219a wird sie mit Blick auf CDU und CSU vermutlich nicht vorschlagen. Vermutlich wird die Information über Schwangerschaftsabbrüche erlaubt werden, „Werbung“ aber verboten. Interpretation, Manipulation und Missbrauch bleiben also Tür und Tor geöffnet. Schon wieder so ein fauler Kompromiss.

Chantal Louis

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Abtreibung: Das tödliche Verbot

"Ruhe in Frieden, Savita. Schäm dich, Irland!" Frauen demonstrieren vor dem irischen Parlament. - Foto: Peter Muhly/AFP/Getty Images
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Die Zahnärztin Savita Halappanavar war 32 Jahre alt und in der 17. Woche gewollt schwanger, als sie das University Hospital Galway in Irland aufsuchte und über Rückenschmerzen klagte. Es war Sonntag, der 21. Oktober 2012. Eine Woche später ist Savita tot.

Das Abtreibungs-
gesetz: "eine katholische
Angelegenheit"?

Im Krankenhaus sagte man ihr, sie werde das Kind verlieren. Nach einem Tag mit unerträglichen Schmerzen baten Savita und ihr Ehemann Praveen die Ärzte darum, die Schwangerschaft zu beenden. Man erklärte ihnen, das sei in Irland illegal, weil der ­Fötus noch einen Herzschlag habe. Am nächsten Tag, an dem die Schmerzen immer schlimmer wurden, verlangte Savita noch einmal die Beendigung der Schwangerschaft. Die Ärzte weigerten sich erneut. Eine Krankenschwester erklärte Savita, dass das Abtreibungsgesetz in Irland eine „katholische Angelegenheit“ sei. Die Inderin Savita, die erklärte, sie sei weder Irin noch Katholikin, protestiere vergeblich.

Am nächsten Tag ging es ihr noch schlechter. Sie hatte Fieber und, wie wir heute wissen, eine beginnende Sepsis. An diesem Nachmittag stellte ein Arzt fest, dass Savita sterben würde, wenn die Schwangerschaft nicht beendet würde. Sie wurde in den OP gebracht, wo der Fötus abging. Am Abend verlegte man sie in die High Dependance Unit. Dort verschlechterte sich ihr Zustand. Man brachte sie auf die Intensivstation, wo aus der Sepsis eine schwere Sepsis wurde.

Am Freitag begannen die Organe der Frau zu versagen, am Samstag hatte sie einen septischen Schock und multiples Organversagen. Gegen ein Uhr nachts kam eine Krankenschwester zu Praveen. Er erzählt: „Auf dem Weg zur Intensivstation fragte sie mich: ‚Sind Sie bereit, in Savitas letzten Minuten bei ihr zu sein? Wir verlieren sie.‘ Ich sagte: Ja.“ Savita Halappanavar starb am 28. Oktober 2012 um 1.09 Uhr.

Die Irish Times berichtete knapp zwei Wochen später als erste über den Tod der Inderin. Bald darauf ging die Nachricht um die Welt.

Die irischen Frauen:
nicht mehr "als ein Gefäß"?

An diesem Abend des 14. November versammelten sich Tausende Menschen mit Kerzen vor dem irischen Parlament. Weitere Tausende entluden ihre Wut und Trauer bei einer Demo in den Straßen von Dublin am nächsten Wochenende. „Nie wieder!“ riefen die DemonstrantInnen. Es war ein Wendepunkt in Sachen Abtreibung in der irischen Geschichte.

Der Grund für Savitas Tod liegt 29 Jahre vor 2012. Im September 1983 entschied ­Irland qua Referendum, Abtreibungen weiterhin zu verbieten. Die Abstimmung mündete im 8. Verfassungszusatz. Dort heißt es: „Der Staat erkennt das Recht des Ungeborenen auf Leben an und garantiert – mit angemessenem Blick auf das gleiche Recht der Mutter auf Leben – dieses Recht mit seinen Gesetzen zu verteidigen.“ Das bedeutet: Abtreibung ist nur legal, wenn die Gefahr für das Leben der Mutter so groß ist, dass nur eine Abtreibung ihren Tod verhindern kann.

Die Folge: Zehntausende Frauen und Mädchen, die seither für einen Schwangerschaftsabbruch das Land verlassen mussten, darunter viele tragische Fälle. Einer der entsetzlichsten, der so genannte „Fall X“, wurde 1992 bekannt: Ein 14-jähriges Mädchen, das durch eine Vergewaltigung schwanger geworden und selbstmordgefährdet war, wurde daran gehindert, nach Großbritannien zu reisen, um eine Abtreibung vornehmen zu lassen.

1997 folgte der „Fall C“: Eine 13-Jährige, ebenfalls schwanger nach einer Vergewaltigung, wurde gezwungen, das Kind auszutragen. Sie konnte gar nicht erst versuchen, über die Grenze zu kommen, weil sie in staatlicher Obhut lebte.

Es gab weitere Horror-Fälle wie „Fall D“, eine Frau, die ihre Schwangerschaft abbrechen wollte. Sie hatte erfahren, dass der Fötus so schwer behindert war, dass er sterben würde. Sie musste für die Abtreibung nach Großbritannien fahren. Oder eine schwangere Litauerin mit einer schweren Krebserkrankung, die Irland ebenfalls verlassen musste, weil die Bekämpfung ihres Krebses den Fötus töten würde.

Doch mit dem Fall Savita war es anders. Während man von den anderen Frauen und Mädchen nur einen Buchstaben gekannt hatte, waren Savitas Name und ihr Gesicht nun in den Medien zu sehen. Und es gab einen Ehemann, dessen Herz in ­aller Öffentlichkeit gebrochen war. Und dann war da noch das Timing.

Savitas Tod – wegen einer „katholischen Angelegenheit“ – kam zu einem Zeitpunkt, als es so aussah, als hätte sich Irland aus dem Klammergriff der katholischen Kirche befreit. Eine ganze Serie von Skandalen um sexuellen Missbrauch durch Priester ab den 1990er-Jahren hatte die moralische Autorität der Kirche schwer ­erschüttert. Irlands Wirtschaft war – bis zum Finanz-Crash 2008 – rasant gewachsen und zum Zen­trum einer boomenden Technologie-Industrie geworden, Tech-­Giganten wie Facebook und Google hatten in Irland ihre europäischen Zentralen aufgebaut.

Wird die Regierung
die Fristen-
lösung einführen?

Die jungen Leute waren gut ausgebildet und durch die Welt gereist, während gleichzeitig viele junge Menschen aus aller Welt nach Irland kamen. Wir ­waren, dachten wir, eine cosmopolitische, moderne und kultivierte Gesellschaft.

Der Tod von Savita, eine junge, schöne und gut ausgebildete Frau mit Migrationshintergrund, zeigte auf furchtbare Weise, wie stark verwurzelt die orthodoxen katholischen Vorstellungen noch waren – und sind – besonders, wenn es um Frauen geht.

Der 8. Verfassungszusatz war damals das Ergebnis einer Kampagne ultra-konservativer katholischer Gruppen gewesen, darunter das Opus Dei und die Ritter des Heiligen Columbanus. Das hatte gewaltige Auswirkungen auf das Leben der Frauen und Kinder in Irland. Und es bedeutete, dass jede ungewollt schwangere Frau und jedes Mädchen nach Großbritannien reisen musste oder in die Niederlande.

Obwohl Großbritannien als eine Art „Sicherheitsventil“ für das irische Abtreibungsproblem funktioniert, ist der Preis dafür hoch. Eine Irin muss die Abtreibung im Ausland bezahlen, etwa 600 Pfund (684 Euro), plus Reisekosten. Schwangerschaftsabbrüche nach der 12. Woche kosten etwa das Doppelte.

Eine weitere Auswirkung des 8. Verfassungszusatzes: Immer wieder weigern sich Ärzte und Krankenhäuser, den schwangeren Frauen zu sagen, wenn der Fötus eine schwere Behinderung hat – aus Sorge, die Frauen würden sich dann für einen Abbruch entscheiden. Und bei Frauen, die Krebs haben, passiert es immer wieder, dass sie erst behandelt werden, wenn der Krebs schon weit fortgeschritten ist.

Denn die Ärzte vermuten, dass sie gegen das Gesetz verstoßen, wenn sie mit den Medikamenten den Tod des Fötus verursachen, ohne dass die Mutter bereits in akuter Lebensgefahr schwebt. Peter Boylan, der Vorsitzende des „Verbands der GeburtshelferInnen und GynäkologInnen“, berichtete mir, dass er Schwangere erlebt hat, die dringend medikamentöse Behandlung gebraucht hatten, aber „die sehr krank werden mussten, bevor wir eingreifen durften.“

In einem vernichtenden Kommentar zum irischen Abtreibungsrecht erklärte Sir Nigel Rodley, Mitglied des UN-Menschenrechts-Komitees, im Jahr 2014, Irland behandle Frauen „nothing but a vessel“ – als ein Gefäß. Dieser Satz wurde bald zum Slogan auf Plakaten bei Protesten gegen das irische Abtreibungs-Verbot: „I am not a vessel“ (Ich bin kein Gefäß).

Savitas Tod war ein Schlüsselmoment und ausschlaggebend dafür, dass sich eine gewaltige Bewegung für das Recht auf Abtreibung formierte. Schon vorher hatte sich die Pro Choice-Bewegung anlässlich des 20. Jahres­tages von „Fall X“ wieder lauter zu Wort gemeldet.

Der Erfolg der
"Ja"-Kampagne
ist nicht sicher.

Aber nun schoss eine Gruppe nach der anderen aus dem Boden, um für das Recht auf Abtreibung zu kämpfen. Bald waren es Hunderte, da­runter Gewerkschaften, Parteien oder Initiativen gegen Häusliche ­Gewalt. Sie alle taten sich zusammen zur „Coa­lition to Repeal the Eighth Amendment“. Diese Koalition lancierte im März 2018, ­gemeinsam mit dem „National Women’s Council“ und der „Abortion Rights Cam­paign“, die Kampagne „Together for Yes“.Für Ende Mai steht in Irland also wieder ein Referendum an. Diesmal, 35 Jahre später, für das Gegenteil: für das Recht ­aller ungewollt oder gesundheitlich bedrohten Schwangeren auf Abtreibung.

Obwohl jede neue Umfrage immer wieder einen Trend zum „Ja“ zur Abschaffung des Abtreibungsverbotes zeigt, ist der Erfolg der Abstimmung für die GegnerInnen des Verbotes nicht sicher. Sollte die Mehrheit der IrInnen mit Ja stimmen, will die Regierung die Fristenlösung einführen, also die straffreie Abtreibung innerhalb der ersten zwölf Wochen.

Sollte die „Ja“-Kampagne jedoch nicht offensiv und einstimmig für die Fristen­lösung einstehen und es zulassen, dass die neuerdings lauter werdenden „Bedenken“ gegen eine „uneingeschränkte Abtreibung“ sich verfestigen, dann werden sie verlieren. Ein paar Wochen bleiben noch.

Kitty Holland

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Die Autorin ist Redakteurin bei der Irish Times. Von ihr erschien das Buch „Savita: The Tragedy that shook a Nation“.

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